Allgemeines zu zweifelhaften Forderungen

Zweifelhafte Forderungen ist ein Begriff aus dem Rechnungswesen der die ungewisse Werthaltigkeit von Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens, im weitesten Sinne, klassifiziert.

Zweifelhafte Forderungen werden auch als dubiose Forderungen bezeichnet.

Eine Forderung ist in Geld ausgedrückt ein Schuldverhältnis das sich aus dem zeitlichen Auseinanderfallen von Leistung und Gegenleistung begründet.

Forderungen jeglicher Art unterliegen gemäß § 252 Absatz 1 Satz 3 dem Grundsatz der Einzelbewertung. Es ist gemäß § 253 Absatz 4 der beizulegende Wert zu bilanzieren.

Abgrenzung der zweifelhaften Forderungen

Als zweifelhafte Forderungen sind demnach alle Forderungen einzustufen die nicht als gesunde Forderungen, also Forderungen bei denen es keinerlei Anzeichen für einen eventuellen Zahlungsausfall gibt, und nicht als uneinbringliche Forderungen im zivilrechtlichen Sinne sind.

Forderungen sind zweifelhaft wenn das Risiko des Ausfalles größer null und kleiner Einhundert ist.

Anzeichen einer zweifelhaften Forderung

Nachstehende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es kann vereinfachend gesagt werden, je mehr Kriterien zutreffen um so größer ist der Bedarf einer Wertberichtigung.

  • Zahlung ist überfällig
  • Keine Reaktion auf Mahnung
  • Teilzahlungen werden nicht eingehalten
  • Kein telefonischer Kontakt möglich
  • Post nicht zustellbar
  • Mängelrügen liegen vor
  • Schuldner beantragt Stundung
  • Antrag auf Mahnbescheid
  • Informationen über Zahlungsverzug des Schuldners bei anderen Gläubigern
  • Informationen über eine schlechte Ertragslage oder größere Verluste des Schuldners
  • Informationen über die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung
  • Informationen über die Ausstellung eines Haftbefehles
  • Sonstige Informationen die sich negativ auf die Bonität des Schuldners auswirken

Handelsrechtliche Folgen des Vorliegens zweifelhafter Forderungen

Aus Gründen der Klarheit, der sich aus § 238 Abs. 1 HGB bzw. § 246 Abs. 2 HGB ergibt, sind Forderungen, soweit Sie zweifelhaft geworden sind, umzubuchen. Zumindest geht die herrschende Meinung in der Literatur davon aus. Dem steht gegenüber das für Kapitalgesellschaften keine Bilanzposition „zweifelhafte Forderungen“ vorgesehen ist.

Problematik bei der Debitorenbuchhaltung

In aller Regel werden die Forderungskonten im Hauptbuch (SKR 03 #1400, SKR 04 #1200) durch Erfassung von Buchungen in der Debitorenbuchhaltung (Nebenbuchhaltung) bebucht. Dies ermöglicht den Ausweis von Forderungen und offenen Einzelposten pro Debitor. D.h. eine Erfassung in der Debitorenbuchhaltung zieht immer auch eine gleichlautende Buchung im Hauptbuch nach sich. Die Summe aller Buchungen in der Nebenbuchhaltung Debitoren muss dabei gleich der Summe der Forderungen im Hauptbuch sein.

In den allermeisten EDV Buchhaltungssystemen ist es nicht möglich die als zweifelhaft eingestuften Forderungen als solche im Rechnungswesen auf das entsprechenden Konto „zweifelhafte Forderungen“ umzubuchen ohne die Forderung auf dem Debitorenkonto aufzulösen. Das heißt es ist nicht möglich das Konto Forderungen im Hauptbuch direkt anzusprechen.

Ein korrekter Ausweis von zweifelhaften Forderungen bei Erhaltung der offenen Posten aus der Kreditorenbuchhaltung ist somit kaum möglich und würde, wieder für sich betrachtet, den oben genannten Grundsatz der Klarheit widersprechen.

Lösungswege:

1.      Da in der Regel alle Forderungen eines Debitoren gleichzeitig zweifelhaft werden (eventuelle Ausnahme, einzelne Forderungen sind einzeln besichert) bietet es sich an jeweils einen neuen Debitor anzulegen der auf das entsprechende Sammelkonto (SKR 03 #1460, SKR 04 #1240)  „zweifelhafte Forderungen“ abschließt. Nachteilig bei dieser Buchhaltungsmethode ist, das die ursprünglichen Forderungsdaten (Datum, Fälligkeit etc.) verloren gehen.

2.      Änderung des Sammelkontos beim Debitor bei Erhaltung der offenen Posten.