Forderungsverkauf mit Besserungsschein

Forderungsverkauf mit BesserungsscheinDer Begriff des Besserungsscheines hat seinen Ursprung in der Bewältigung von Unternehmenskrisen.

„Ein Besserungsschein ist die im Rahmen einer Unternehmenskrise getroffene vertragliche Vereinbarung zwischen einem Gläubiger und einem Schuldner. Als Besserungsschein wird die auflösende Bedingung innerhalb eines Schuldenerlasses bezeichnet. Sie zielt darauf ab, dass dem Schuldner zwar grundsätzlich die Schulden gegenüber einem bestimmten Gläubiger erlassen werden; gleichwohl sollen diese Schulden jedoch wieder aufleben, wenn sich die wirtschaftliche Lage des Schuldners bessern sollte.“ (Quelle[nbsp] Wikipedia)

Besserungsscheine werden in den letzten Jahren aber auch beim Forderungsverkauf, insbesondere beim Verkauf von Altforderungen, eingesetzt. Als Altforderungen werden titulierte Forderungen bezeichnet die als aussichtslose Fälle archiviert wurden oder aus Mangel an Kapazität in der Mahnabteilung längere Zeit nicht bearbeitet wurden.

Bei einem Verkauf von titulierten Forderungen mit Besserungsschein wird zusätzlich zum Kaufpreis vereinbart das es, nach dem Erreichen festgelegter Beitreibungsgrenzen, zusätzliche Ausschüttungen durch den Forderungskäufer an den Forderungsverkäufer gibt.

Beispiel:

Ein Unternehmen veräußert ein Forderungsportfolio bestehend aus 10 titulierten Forderungen a 1.000,00 Euro zum Preis von 500,00 Euro. [nbsp]Im Besserungsschein wurde vereinbart das, sollte die Beitreibungsgrenze von 2.000,00 Euro erreicht werden, ein Prozentbetrag von X Prozent an das Unternehmen nachträglich ausgezahlt wird.

Selbstverständlich sind die beiden entscheidenden Faktoren, Beitreibungsgrenze und Prozent der nachträglichen Auszahlung, frei verhandelbar.

Der verkaufende Forderungsinhaber hat somit, ohne jedes zusätzliche Kostenrisiko, die Möglichkeit mehrmals Liquidität zu generieren. Eine Möglichkeit die für immer mehr Unternehmen interessant wird. Sie verbindet die beiden gängigsten Varianten des Outscorings im Forderungsmanagement. Die Rede ist natürlich vom laufenden Forderungsverkauf durch einen Factoringpartner und des ausgelagerten Mahnwesens eines Inkassobüros. Durch die gewahrte Nachbesserungschance zum Kaufpreis relativiert man den beim Verkauf von Forderungen, insbesondere beim Verkauf von titulierten Forderungen, eingetretenen Verlust zum ursprünglichen Forderungswert.