Bewertung von Forderungen - welche Rolle spielt das Alter des Schuldners

Das Alter des Schuldners ist, neben den harten Negativmerkmalen, ein sehr entscheidendes Kriterium zur Bewertung von Forderungen. Die einzige mir bekannte Untersuchung, die regelmäßig durchgeführt wird, ist der Schufa Kredit Kompass, der von der Schufa Holding AG herausgegeben wird. In dieser empirischen Untersuchung werden die Indikatoren der Kreditaufnahme privater Haushalte untersucht. Die Untersuchung lässt Rückschlüsse auf Abschläge bei Forderungen gegen bestimmte Altersgruppen zu. So geht aus der Statistik der ausgefallenen Ratenkredite hervor, dass dies in der Gruppe 18 – 34 jährige Schuldner häufiger der Fall ist als in der Gruppe 35 – 49, oder gar 50 – 64 jährige Schuldner.[nbsp] Ähnliche Schlüsse lassen die veröffentlichten Statistiken zur Anzahl weicher und harter Negativmerkmale zu. Auch hier liegen Schuldner in der Altersklasse zwischen 25 und 34 Jahren „vorn“.

Eine Abwertung von Forderungen gegen Schuldner in der Altersklasse ab 64 Jahre ist aus meiner Sicht allein schon dem Umstand einer fast unmöglichen Zwangsvollstreckung geschuldet. Schuldner dieses Alters beziehen in der Regel Altersrente, die in den meisten Fällen unter der Pfändungsgrenze liegt.

Ähnliche Schlüsse kann man bei der Auswertung des „Schuldner Atlas“ ziehen der vom Verband der Vereine Creditreform e.V.[nbsp] veröffentlicht wird.

Bei der Bewertung von Forderungen oder Forderungsportfolien kommt man demnach nicht umhin, den Wert der Forderung auch unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten.